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kinematografie.

Sonntag, 27. Juli 2008

tuba, tristesse und traurigkeit

bei roy anderssons film "das jüngste gewitter" weiß man oft nicht, ob man weinen oder lachen soll. und genau das macht ihn so besonders und einzigartig. der film ist nicht lustig, dennoch muss man lachen. der film ist nicht traurig und trotzdem wird man es zwangsläufig. der episodenhafte film ertrinkt förmlich in seiner tristesse, in der traurig- und einsamkeit der figuren und in der unendlichen langsamkeit. nur die musik, gespielt von einer dixieland band, vermag etwas fröhlichkeit und farbe zaubern.



"das jüngste gewitter" dreht sich um eine alkoholikerin, die vom leben und den menschen enttäuscht ist und ihr elend mit einer flasche schnaps ertränkt. eine junge frau hat sich unsterblich und hoffnungslos in den sänger und gitaristen einer rockband verliebt und träumt von der gemeinsamen hochzeit. ein psychiater ist so angewidert von seinen patienten, dass der weg von seiner praxis direkt in die kneipe führt. ein handwerker träumt, dass er zu gast bei einer reichen familie ist und auf der reich gedeckten tafel versucht den tischtuchtrick zu vollführen. dieser mißlingt jedoch und der arme träumer kommt auf grund des vorfalls in kafkaesker manier und albtraumhaftigkeit vor gericht und auf den elektrischen stuhl. eine grundschullehrerin und ein teppichverkäufer streiten sich und ein gestresster manager gerät mit einem arabischen frisör aneinander.

das bemerkenswerte an diesem film sind, abgesehen von der thematik, die in blau und grautönen gehaltenen brillianten bilder. die von gustav danielssons kamera eingefangenen bilder sind eigentlich stilleben, die man sich problemlos als kunstdrucke an die wand hängen könnte. szenen aus dem film, etwa die tieftraurigen kneipenszenen, könnten außerdem den gemälden von edward hopper entsprungen sein. so raumfüllend die bilder auch sind, das interessante wird im hintergrund sichtbar. details, die überraschen. so kommt unter dem tischtuch ein hakenkreuzmuster im tisch zum vorschein, was der geschichte des träumers eine andere wendung gibt.

"das jüngste gewitter" ist ein sehr skurriler und poetischer film, der die wünsche, träume, hoffnungen, sehnsüchte und ängste der menschen aufzeigt und das leben mit all seiner schönheit, häßlichkeit, freude und leid feiert. "das jüngste gewitter" ist auf so wunderbare art und weise anders als die anderen filme, die im kino laufen und man wünscht sich, dass solche filme öfters gedreht werden würden.

Sonntag, 13. Juli 2008

gestern_im kino

der italienische film mein bruder ist ein einzelkind ist sehr schön, traurig, äußerst charmant und sehr empfehlenswert. wie es der zufall so will, ist francis ford coppolas neuer film youth without youth in den kinos vor kurzem angelaufen. und da coppola ein sehr erfolgreiches und berühmtes weingut besitzt und seinen neuen film mit den erlösen aus dem weinverkauf finanziert hat, gab es im kino eine weinprobe von coppola-weinen. eine freundin, mit der ich im kino war und ich haben uns auf einen shiraz geeinigt und nachdem wir den ersten schluck getrunken haben, waren wir uns nach einer sekunde einig: wow! das ist mit abstand der beste shiraz, denn ich je getrunken habe. so weich, so rund, so beerig, so würzig und unglaublich perfekt. der wein zergeht förmlich auf der zunge und wenn es bacchus geben würde, hätte er wohl seine helle freude an diesem wein.

Sonntag, 6. Juli 2008

"mittler zwischen hirn und händen muss das herz sein"

der expressionistische film metropolis von fritz lang gilt als meisterwerk (was es auch wirklich ist), als einer der wichtigsten deutschen filme und ist ein weltkulturerbe. die bilder, die architektur und die ausstattung sind phantastisch und die bahnbrechende filmtechnik ist auch heute noch ein wunder. das einzige manko von metropolis ist das schwache drehbuch, das langs frau thea von harbou, die als nazi sympathisantin galt, mitgeschrieben hat. die geschichte ist etwas naiv (etwa der zentrale punkt des films von herz, hand und hirn) und kitschig. jetzt ist in buenos aires die bislang verloren geglaute ungekürzte originalfassung wiederentdeckt worden, mit der man den film mit anderen augen sehen soll und vieles ungeklärte erklärt wird. ich bin sehr gespannt auf die originalfassung, die hoffentlich bald im fernsehen gezeigt wird oder auf dvd erscheint.

Dienstag, 1. Juli 2008

<< held mit herzschmerz.



ein quäntchen trost: daniel craig steigt zwar diesmal nicht in zeitlupe aus den fluten, steht dafür aber mit durchtrainiertem körper unter der dusche, und sieht dabei (immer) noch gut aus.

trailer #2

Sonntag, 22. Juni 2008

i want to believe.

meine helden der frühen jugend sind zum zweiten mal auf die große leinwand zurückgekehrt. ob das ergebnis besser ist als der vorgänger, wird sich in ein paar wochen zeigen. aber die titelmelodie ist glücklicherweise immer noch die gleiche.

Freitag, 20. Juni 2008

spiel, satz und sieg.



es gibt kaum einen ekelhafteren film als match point. ekelhaft nicht im sinne von ekelhaften szenen, sondern vielmehr im sinne von ekelhaften charakteren (außer der von scarlett johansson). diese sind in diesem film nur sehr schwer zu ertragen und lassen den zuschauer mit einem flauen gefühl in der magengegend zurück.

scarlett johansson spielt die glücklose schauspielerin nola, die mit dem sohn stinkreicher eltern verlobt ist und zwischenzeitlich eine affäre mit dem tennisspieler chris (jonathan rhys meyers, der in dem film aussieht, als sei er einer boss unterwäsche kampagne entsprungen, sprich er sieht unverschämt gut aus), der der freund der schwester ihres verlobten ist, hat. das wäre eigentlich stoff für eine romantische komödie, aber nicht so bei woody allen. er zeichnet lieber ein düsteres sittengemälde der britischen upper-class. dort zählt nur geld und erfolg. die eltern des verlobten machen nola die hölle heiß und umgarnen chris, das führt irgendwann zu einer katastrophe. die reichen kinder sind, wie man im englischen so schön sagt, spoiled brats, und benehmen sich auch so. papa zahlt, papa kümmert sich darum, papa kontaktiert seine kontakte, papa besorgt die wohnung und einen job, papa sponsort das ganze leben. um noch dem ganzen die krone aufzusetzen, wird unentwegt über la traviata oder über andere opern und musicals, kaviar, karrieren und geld geredet. andere lebensläufe oder lebensplanungen werden nicht zugelassen und so wandelt sich der anfangs sehr symphatische chris vom träumer zum karrieristen, der über leichen geht und dabei leider noch das nötige quentchen glück hat.

zweifelslos zählt match point zu woody allens besten filmen. die darsteller sind überragend, die sehr glaubwürdig und dadurch abstoßend sind. die optik des films ist elegant und das drehbuch trotz lücken gut. was an diesem film aber so unglaublich nervt, was ihn aber gleichzeitig auch auszeichnet, da es eine gesellschaftskritikist, sind wie gesagt die charaktere. beim schauen des films fragt man sich unentwegt - gibt es diese menschen wirklich? die mechanischen sex haben, weil es mit dem kinderkriegen nicht so recht klappt, die keine emotionen zeigen können, die von der oper in die saatchi gallery und in die tate modern und wieder zurück rennen, weil sie ja sonst nichts zu tun haben, bei denen nur die karriere und das geld und eine schicke wohnung alles zählt, weniger reichtum, dafür aber mehr ehrlichkeit dagegen nichts wert ist?

Freitag, 13. Juni 2008

weg in die verdammnis.



road to perdition ist ein unterschätzter film noir. das kann an tom hanks liegen, der unter seinem niveau spielt. an der kameraarbeit, an der musik, an der ausstattung, an den schauspielerischen leistungen von paul newman und tyler hoechlin kann es jedenfalls nicht liegen. so ist z.b. die kamera von conrad l. hall in jeder einstellung und in jeder szene absolut brilliant. die eleganten bilder sind nicht nur irgendwelche bilder, sondern erinnern an gemälde oder photographien, die an die leinwand gepinselt, bzw. projeziert wurden. hall zaubert mal ein stilleben, mal ein panorama, die stark verdunkelt und schattenreich, wie es typisch für film noir ist, aber auch kontrastreich sind. so lässt er den zuschauer mit der gewissheit zurück, einen stilvollen, visuell beindruckenden und äußerst eleganten künstlerischen film, der keinerlei kunstanspruch erhebt, gesehen zu haben.

Donnerstag, 27. März 2008

alkohol II

die filmreihe "the thin man", die auf einem roman von dashiell hammett basiert, erzählt die geschichten des freizeit-detektivs nick (william powell) und seiner frau nora (myrna loy). das besondere daran ist - was sich immer wie ein roter faden durch die insgesamt sechs filme zieht - dass nick und nora keine gelegenheit auslassen, um alkohol zu trinken. das kann natürlich daran liegen, dass die filme nach der prohibitionszeit im kino liefen und mit den filmen gezeigt werden soll, wie schön es ist, dass der alkohol endlich wieder in strömen fließen kann. alkohol hin oder her - nick und nora sind wohl das niedlichste paar der filmgeschichte.

Montag, 24. März 2008

delirious.

in keinem anderen film habe ich das erleben eines delliriums so plastisch und realistisch dargestellt gesehen, wie in dem film "the lost weekend". die szene ist grauenhaft und schön zugleich. grauenhaft, weil der zuschauer zeuge wird, wie sich die fehler eines menschen offenbaren. und die szene dadurch, dass der schmerz sichtbar wird, kaum zu ertragen ist. schön, weil die kameraarbeit, der schnitt und die musik exzellent zusammenpassen und zusammenarbeiten. der schnitt wird schneller, sobald die musik nervöser und dramatischer wird. und die kamera zeigt das geschehen in sehr schönen kontrastreichen bildern, die am schluss, wenn die die szene ihren höhepunkt erreicht hat, immer dunkler werden.

Sonntag, 16. März 2008

klassiker.

in der letzten zeit habe ich viele klassische filme gesehen. zum einen, weil ich sie liebe, zum anderen, weil ich es spannend finde, welche moralvorstellungen damals geherrscht haben, wie die gesellschaft damals "getickt" hat und welche ästhetik und technik in den filmen zu sehen waren.

ein film, dessen technik anderen filmen jahrzehntelang voraus war, ist metropolis gewesen. das drehbuch war eher dünn, aber die technischen komponenten waren meisterhaft und haben das genre maßgeblich geprägt. anlehnungen an metropolis kann man noch heute in zahlreichen filmen sehen, beispielsweise in "blade runner" oder "star wars episode II".

ein beispiel für damalige moralvorstellungen ist der film "arsenic and old lace": cary grant versteckt sich auf einem friedhof hinter einem baum. priscilla lane, die seine frau spielt, weicht erschrocken zurück, als grant hinter dem baum hervorkommt, die arme weit ausbreitet, schelmisch grinst und auf sie langsam zugeht. als er sie schließlich in voller leidenschaft packt und küsst, stößt sie ihn empört von sich und meint tadelnd "doch nicht hier, wenn uns jemand sieht!" - diese szene wirkt für heutige verhältnisse natürlich unglaublich antiquiert und bieder. denoch hat sie auch etwas sehr charmantes an sich.

warum schaut man sich sowas eigentlich an? alte filme haben schließlich keine schnelle schnitte, sind nicht laut, nicht schreiend bunt und entsprechen auch nicht dem zeitgeist. ich schaue mir die filme an, weil sie in den den jahren nichts von ihrem charme verloren hat - was damals funktioniert hat, funktioniert zum größten teil auch heute noch, weil sie klasse und eleganz ausstrahlen, weil sie viel über die damalige kultur erzählen und weil sie von einer angenehmen ruhe umgeben sind.

wer sich für klassiker interessiert, empfehle ich folgende filme einmal anzusehen, nicht weil man dann irgendwelche must-see filme auf einer imaginären liste abhaken kann, sondern weil die filme es aufgrund ihrer qualität verdient haben, gesehen zu werden:

filme mit cary grant/katherine hepburn:

_the philadelphia story (1950; screwball-komödie von george cukor)
_bringing up baby (1938; verwechslungs-screwball-komödie von howard hawks)
_holiday (1938; dieser wundervolle film ist absolut zeitlos und könnte auch in der heutigen zeit spielen; drama-komödie von george cukor)

film-noir (hollywoods schwarze serie):

_the maltese falcon (1941; humphrey bogart und peter lorre versuchen den schwarzen falken in die hände zu bekommen; film-noir von john huston)
_the big sleep (1946; film-noir von howard hawks mit humphrey bogart und lauren bacall)

deutscher expressionismus

_metropolis (1927; fritz lang)
_das testament des dr. mabuse (1933; fritz lang)
_das kabinett des dr. caligari (1920; robert wiene)

alfred hitchcock

_suspicion (1941; cary grant wird von seiner frau verdächtigt, sie umbringen zu wollen)
_notorious (1946; cary grant engagiert ingrid bergman als spionin)
_39 steps (1935; ein mann versucht herauszufinden, was es mit einem spionagering aufsich hat)

komödie

_his girl's friday (1940; chefredakteur cary grant versucht seine ex-frau davon abzuhalten erneut zu heiraten und ihren job als journalistin zu kündigen; screwball-komödie von howard hawks)
_harvey (1950; komödie von henry koster; james stewart spricht mit einem imaginären hasen)
_arsenic and old lace (1944; die tanten von cary grant haben etliche leichen im keller; komödie von frank capra)

drama

_casablanca (1942; drama und anti-kriegsfilm von michael curtiz mit humphrey bogart und ingrid bergman)
_the lost weekend (1945; drama von billy wilder über einen alkoholiker auf entzug)
vogel

hot shit.

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hi, das ist ja lustig,...
hi, das ist ja lustig, der eintrag steht schon so...
kat (Gast) - 28. Okt, 22:31
hey
die cd 'mies in berlin' gibt es tatsächlich nicht...
me raabenstein (Gast) - 28. Okt, 10:58
hi, suchst du immer noch...
hi, suchst du immer noch nach der cd? wenn ja, schreib...
patshome (Gast) - 25. Okt, 13:23
das ist das blöde...
das ist das blöde an street art - es gibt so unglaublich...
kat (Gast) - 30. Aug, 14:52
Nicht schlecht! Nie was...
Nicht schlecht! Nie was von dem Guten gehört......
Lange + Weile (Gast) - 30. Aug, 02:10
see what i'm talking...
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k. (Gast) - 26. Aug, 18:06

festgehalten.

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